29.05.2020 11:12 0 Kommentare

Parabene, ein schädlicher Konservierungsstoff?

Sowohl in Kosmetika als auch in Lebensmitteln werden Parabene - eine Gruppe von Chemikalien - als Konservierungsstoff eingesetzt. Sie sollen verhindern, dass Kosmetika oder auch Arznei- oder Lebensmittel von Keimen befallen werden. Cremes, Lotionen, Sonnenschutzmitteln, Duschgels und andere Kosmetik und Produkte zur Hautpflege enthalten die Wirkstoffe, welcher jedoch nicht mehr als ganz ungefährlich gelten.

Was genau sind Parabene?

Parabene werden seit über 80 Jahren als Konservierungsmittel in der Kosmetik verwendet. Erstmals sorgte eine britische Studie 2004 für ein Umdenken - parabenhaltige Deodorants wurden mit dem Auftreten von Brustkrebs in Verbindung gebracht. Bei Parabenen handelt es sich um Salze und Ester der sogenannten Para-Hydroxybenzoesäure, kurz als PHB-Ester bezeichnet. Wird ein Kosmetikprodukt mit ihnen versetzt, so verleiht man ihm antifungizide und antimikrobielle Eigenschaften. Die kosmetischen Produkte sind dann weniger anfällig für Keime, Bakterien oder Pilze und bleiben länger haltbar. Der Inhaltsstoff ist beispielsweise in Make-Up, Lippenstiften, Deodorants, Shampoos, Cremes und Seifen anzutreffen. Erst kürzlich wurden rund 21.000 Produkte vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland - kurz BUND - untersucht. In 18 Prozent von ihnen wurden hormonell wirksame Chemikalien gefunden, ein Großteil davon waren Parabene. Auch andere Prüfungsorganisationen wie zum Beispiel Stiftung Warentest und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben sich schon mit dem Stoff auseinandergesetzt.

Warum gilt das Konservierungsmittel potenziell als gefährlich?

Über die letzten Jahre wurden dem Stoff mehrere negative Wirkungen auf den menschlichen Körper nachgesagt. Im Jahr 2004 wurde die Theorie aufgestellt, dass Parabene das Auftreten von Brustkrebs begünstigen können, dies wurde jedoch bis heute nicht bewiesen. Auch eine mögliche allergieauslösende Wirkung wurde den Stoffen nachgesagt. Die kombinierte Aufnahme der Konservierungsstoffe durch Lebensmittel und Kosmetik soll beim Menschen für mehr Allergien und allergische Reaktionen sorgen. Nach aktueller Studienlage soll dies aber eher selten der Fall sein.
Als gefährlicher gilt die hormonelle Wirkung der Parabene. Methyl- und Ethylparabene wiesen in Tests eine östrogene Potenz und somit einen Effekt des Östrogens auf die Gebärmutter auf. Die künstliche Zufuhr von Hormonen ist nicht empfohlen. Weiterhin sollen sie einen Einfluss auf die Entwicklung von Tumorzellen haben. Bei männlichen Föten und Kindern greifen sie beispielsweise ganz direkt in den Hormonhaushalt ein und können zu Fehlentwicklungen führen. Da der Stoffwechsel von Kindern am gefährdetsten ist, wird eine möglichst geringe Belastung dieser empfohlen. Mittlerweile gibt es auch parabenfreie Kosmetik, um dem Körper so wenig Parabene wie möglich zuzuführen.

Welche Kosmetik kann bedenkenlos verwendet werden?

Wenn Sie gerne Produkte und Kosmetik für ihre Haut verwenden würden, ohne sich Sorgen um die schädliche Wirkung der Parabene oder andere Konservierungsstoffe machen zu müssen, dann sollten Sie auf Naturkosmetik umsteigen. In Naturkosmetik finden sich grundsätzlich weder Silikone, noch Parabene wider - das macht sie nicht nur besser für die Gesundheit des Körpers, sondern auch angenehmer für die Pflege empfindlicher Haut, da keine aggressiven Inhaltsstoffe die Haut angreifen. Die positiven Effekte der Kosmetik mit natürlichen Inhaltsstoffen auf die Haut lassen manchmal etwas auf sich warten - die Haut muss sich erst regenerieren und an die neuen, natürlichen Stoffe gewöhnen. Bei der Benutzung von kosmetischen Mitteln sollte man das Kleingedruckte der Rückseite lesen und darauf achten, dass auch schädliche andere Konservierungsmittel und Formen der Parabene nicht im Produkt enthalten sind - denn nicht alle Kosmetikprodukte benötigen überhaupt Konservierungsmittel. Ätherische Öle zum Beispiel müssen höchstens mit Antioxidantien versehen werden, damit sie in Verbindung mit dem Sauerstoff in der Luft nicht zu schnell ranzig werden.
Abschließend kann gesagt werden, dass Parabene zwar nicht als lebensbedrohlich gelten, über die letzten Jahre jedoch genug negatives Aufsehen mit verschiedensten gesundheitsgefährdenden Wirkungen erlangt haben.

Die hat dazu geführt, daß auch in konventioneller Kosmetik der Einzatz von Parabenen und Silikonen stark verringert wurde. Die wenigtsten Produkten enthalten diese noch. Ein Hinweis gibt die Liste der Inhaltsstoffe (INCI). Werden Parabene aufgeführt, so sind diese hier aufgeführt.

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